Heiligabend

Heiligabend

Lukas 2, 1 – 20 – Heilig Abend

Liebe Gemeinde in der Heiligen Nacht! Ob uns ein Licht aufgeht? Die Botschaft vom Kind in der Krippe uns zum Stern wird, am Nachthimmel unseres Herzens? Ob wir heute vom Zweifel zum Staunen finden? Ob wir Gottes Bitte Gehör schenken, der uns ruft: Lass dich erretten! Das singen den Hirten, mitten in ihre Nacht, die leuchtenden Engel, strahlend vor Liebe, ins Herz: „denn euch ist heute der Retter geboren.“ Wir heute betrachten alles mit dem Abstand von 2000 Jahren. Und doch sind wir mitten in dieser Geschichte. Aber wo? Wenn wir das nur klar sehen könnten, dann wäre auch unsere Nacht hell, geweiht, Weihnacht. Nicht bloß als Geschenketausch, nicht allein im äußerlichen Glanz des Lichterbaums, sondern im Herzen. Das Fest der Liebe – will auch in deinem Herzen Liebe entfachen. Aber wie? Vielleicht so, wie eine Kerze entzündet wird. Das Wachs wird weich und gibt dann seine Kraft der Flamme. Dass auch unsere Herzen weich werden – aber woher kommt der zündende Funke, die Flamme? Wie Feuer durch Feuer, entbrennt Liebe durch Liebe. Wer geliebt wird, liebt. Wir sollen durch die Weihnachtsgeschichte entdecken, dass wir geliebt sind. Dann werden wir lieben. Von den Wanderern der Weihnachtsgeschichte damals haben das nur wenige so gesehen. Sie sind einfach ihren Weg gegangen, weil sie mussten. Die einen verbittert, die anderen stur und stolz. Die einen mit verwundetem Herzen, voller Angst, die anderen ohne Hoffnung. Sie hofften nur auf das, was sie sahen: Ein Pfund Rindfleisch gibt `ne gute Suppe, mehr Hoffnung war nicht, also gar keine. Wir sehen heute auf die Pilger der Weihnacht. Wir fragen mit leichter Verwunderung: Ein Kind? Liebenswert und süß, ja! Aber wie kann so ein hilfloses Bündel die Welt, alle Menschen retten? „Euch ist heute der Retter geboren.“ Auch in unseren Ohren klingt das Liebeslied der Engel. Ob wir diese Liebe annehmen, uns entzünden lassen? Wir haben es jedenfalls leichter als die Hirten. Die wussten wirklich nicht, wie ein Kind die Welt retten sollte. Wir aber wissen heute, dass Jesus, das Kind von damals, unsere Welt am tiefgreifendsten verändert hat, mehr als jeder andere. Zuerst ist da diese grandiose Idee: Gott wird ein Mensch. Der Vater im Himmel sagt zu seinem Sohn: du gehst jetzt in diese Finsternis und wirst ein Mensch, ganz und gar. Du bleibst mein Sohn, aber bist ganz Mensch. So zeigt uns Gott seine Liebe, sucht unsere Nähe, will uns auf Augenhöhe begegnen. Er verachtet den Körper eines Menschen nicht, in seiner Schwachheit, mit Schweiß, Schmerz und Nacktheit. Dann zog das Kind seine Retterbahn: Geburt, Sterben, Auferstehung:  Krippe, Kreuz, Krone. Er kam vom Himmel, damit wir dorthin kommen. Keiner kann sich selbst ins Paradies bringen. Da muss ich hinübergerettet werden, über den unüberwindbaren Abgrund von Tod und Hölle. Da es im Paradies keinen Hass und Neid, keine Lüge und Gewalt, keine Krankheit, keinen Tod gibt – überhaupt keine Schwachheit und Sünde gibt – deshalb muss der Mensch aus seinen Sünden gerettet werden. Der Plan der Liebe heißt: Gott selber tut, was kein Mensch kann. So wurde Gottes Sohn, rein und ohne Sünde, ein Mensch. Er, der Wertvollste für den himmlischen Vater, 1000 x wert-voller und gewichtiger in Gottes Augen als alles und alle, er legte sein Leben in die Waagschale. Da verloren die Sünde und der Tod ihr Gewicht. Er ging für uns ans Kreuz – wir denken an Karfreitag. Und er wurde vom Vater auferweckt, als erster zum ewigen Leben – wir denken an Ostern. Einmal wird er wiederkommen, als Herr und Gekrönter, Sieger über den Tod, Herr des Lebens. Ob in deinem Herzen diese große Hoffnung schon leuchtet? Es ist die größte aller Hoffnungen, die je in einem Menschenherzen wohnen kann. Die drei „K“ Krippe, Kreuz und Krone, erinnern uns daran: Die Krippe verkündet: du bist von Gott angenommen voller Liebe, für dich ist er Kind geworden. Das Kreuz predigt: du bist gerufen, auf diese Liebe Antwort zu geben. Für dich ist er ans Kreuz gegangen. Die Krone sagt schlicht: du bist von Gott erwartet in Liebe. Für dich ist er auferstanden, ist dein Herr. Du sollst für immer und ewig leben. Deshalb feiern wir Weihnachten. Jetzt entdecke, wo du in der Weihnachtsgeschichte bist! Hörst du deinen Engel in dieser heiligen Nacht nicht singen? Das Lied von der unendlichen Liebe Gottes? Schaust du nicht das Wunder der Nacht, vernimmt dein Ohr nicht:dir ist heute dein Retter geboren.“ Die Liebe rührt an das Geheimnis deines Lebens. Die Liebe allein darf das. Sie ist würdig. Sie singt dir ihr Liebeslied: „Du Menschenkind bist ein Geheimnis. Komm, mach dich auf. Suche. Such deinen Retter. Leg dein altes Sündenleben ihm zu Füßen. Empfange Vergebung, werde licht. Kehrst du zu Jesus um, fließen aus deinen Augen Tränen, werden daraus Freuden-tränen. Die Liebe vergibt, auch dir. Heute, hier, so du bittest. – Weihnachtsgeschichten sind Wandergeschichten. Menschen suchen Herberge und Heimat. Auch Gott wandert in Jesus. Er sucht Herberge, möchte wohnen in den Herzen seiner geliebten Menschenkinder. Wo soll Liebe sonst wohnen, wenn nicht im Herzen. Wenn wir dem, dessen Geburtstag wir heute feiern, die Türe öffnen und er selbst in die Stube unsres Herzens tritt – dann entzündet er die Lichter am Baum unserer Hoffnung. Dann ist Bescherung, ist Weihnacht. Amen.

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