Suche Frieden und jage ihm nach.

Suche Frieden und jage ihm nach.

Psalm 34,15                                                                     Neujahr – Großgrabe, am 01.01.2019

„Suche Frieden und jage ihm nach.“

Liebe Gemeinde zu Neujahr! Es war eine Heimsuchung. In Jesus hat Gott uns heim-gesucht. Hat seine Macht und Herrlichkeit verlassen und sich auf die Suche begeben. Dorthin, wo er hoffte, das Verlorne, die Verlornen zu finden. Da sie in Sünde und Tod verstrickt, gebunden und verloren waren, musste er in Sünde und Tod gehen, um sie herauszuholen. So rettete er, brachte seinen Menschenkindern Frieden, brachte sie zurück in den Frieden mit Gott. Diese Suche kostete, hatte einen hohen Preis: sein Leben. Am Preis, der bezahlt wurde, kannst du erahnen, welchen Wert der Sucher den Gesuchten beimisst. Jesus, unser Herr, erwartet nur das von uns, was er selbst zuvor getan hat. Im Blick auf sein Beispiel ruft er uns zum Suchen. Wir hören seine Stimme: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Welchen Wert hat für dich Frieden? Du erkennst es daran, was du dafür einsetzt. Jesus suchte Frieden mit Gott für die Menschen. Wenn es ihm sein Leben gekostet hat, warum sollte es bei uns anders sein? Er jedenfalls gab alle seine Rechte, Vorrechte und sein „im Recht sein“ auf. Das wird wohl auch unser Preis sein. Recht bekommen oder Frieden bekommen sind zwei sehr verschiedene Realitäten. Ich rede jetzt von Frieden zwischen uns.  Jesus ging es um Frieden. Und uns? Willst du den Ruf Jesu hören und tun, bedenke zuerst: Auf der Friedenssuche ist ER an deiner Seite. Du bist nicht allein. Dann: Was ist dir Frieden wert? Mit dieser Frage beginnen wir bei uns? Bist du im Frieden mit dir selbst? Ist in dir Frieden? Wenn nicht, dann weißt du, wo du beginnen musst. Bei dir. Suche keine Strategien zur Selbstannahme, sondern bitte Jesus um Hilfe. Von IHM weißt du, glaubst du, dass er dich vollkommen angenommen hat. Dort sollst du beginnen und bekennen: ich bin bei Gott durch Jesus vollkommen angenommen. Das ist ein Bekenntnis. Und der Herr will, dass du diese geistliche Wahrheit bekennst und über deinem Leben ausrufst. Damit ehrst du ihn und erhebst seine Rettungstat, für dich am Kreuz, über alles Dunkel in deinem Herzen. Wer auf das Kreuz blickt, der darf erkennen und glauben: über meiner Vergangenheit ist Frieden vor Gott. Heute, in dieser Stunde, stehe ich im Frieden mit Gott. Über meiner Zukunft ist Frieden mit Gott. Der Frieden ist schon vollbracht, er ist da, mitten in unserem Alltag. Du sollst ihn nur suchen. Im Kreuz ihn finden und ergreifen, bekennen und ins Herz nehmen. Alle Anklage muss vor dem Kreuz verstummen. Lass diesen Frieden in deinem Herzen regieren. Christus ist unser Friede. Christus ist der triftigste Grund zur Selbstannahme. Hat er mich angenommen, folge ich seinen Fußstapfen, nehme mich an. Dass es hier um „Suchen“ geht legt nahe: ich brauche Geduld, es braucht, es ist ein Prozess. Jesus hat dreißig Jahre gebraucht, bis er sein Friedenswerk vollbracht hatte, seine Suche von Erfolg gekrönt war. Und es ist uns klar, dass es nicht nur um den Frieden in uns geht. Was ist uns der Frieden in unserm Umfeld, auf Arbeit wert? Und in der Familie? Wir schauen gemeinsam auf dieses Feld. Familie – dort liegen die größten Freuden und Schmerzen, die höchste Erfüllung und tiefste Enttäuschung. „Wie fein und lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.“ Beschreibt der Psalm 133 Familienfrieden. Was nützt Wohlstand, wenn das Haus voller Unfriede ist, wie in Sprüche 15, 17 beschrieben: „Besser ein Gericht Kraut mit Liebe als ein gemästeter Ochse mit Hass.“Die Sehnsucht nach Frieden in der Familie ist groß, aber der Frieden ist rar. Wir finden in der Jahreslosung zum Frieden zwei Verben. Suchen, da geht es um Mühe, Preis und Wert. Und nun: Jagen. „Suche Frieden und jage ihm nach.“Die Jäger in unserer Gemeinde, Jörg und Frank, könnten hier einiges beitragen. Die Jagd hat ein abgegrenztes Gebiet, das Revier. Was ist dein Friedensrevier? Die Jagd kostet Zeit. Die Ausrüstung ist entscheidend. Der Zeitfaktor. Wenn Jörg auf seiner Kanzel sitzt, da geht es sicher nicht um Schmetterlinge und Marienkäfer. Ein Wild soll erjagt werden. Zur Zeit unseres Bibelwortes bedeutete die Jagd nicht Hege des Wildes, sondern Überleben. War das Jagen längere Zeit erfolglos, kam die ganze Sippe in existenzielle Probleme. Die Lebensgrundlage, die Gemeinschaft drohte durch das Hungerproblem zu kippen. So grundlegend ist das hier auch gemeint. Zeitigt die Suche, die Jagd nach Frieden über längere Zeit keinen Erfolg, droht die Lebensgrundlage zu kippen. So ernst dürfen wir das auch im Bereich der Familie sehen: zeitigt die Jagd nach Frieden über längere Zeit keinen Erfolg, droht die Lebensgrundlage zu kippen. Zuerst muss ich erkennen: Was bedroht äußerlich den Frieden, woran macht es sich fest? Ein Beispiel: Streitereien. Kennst du den Unterschied zwischen Streiterei und Streit? Bei Streiterei geht es ums “Recht haben“, bei Streit um Frieden. Bei Streiterei will man zu Wort kommen, gehört werden. Bei einem Streit hören beide, kommen beide zu Wort. Bei einer Streiterei werden Waffen, Erpressungsmittel eingesetzt, die den anderen lähmen: also, längst gebeichtete Verfehlungen, alte Geschichten, immer und nie, verziehen, aber nicht vergessen. Schuldgefühle werden geweckt und damit Hilflosigkeit, Wut und Resignation beim andern. Bei Streit, da geht es um die schwere Suche, die geduldige Jagd nach Frieden. Beide gestehen sich ein: es ist Unfriede. Beide bekennen: auch ich bin darin verstrickt. Beide versichern sich: ich brauche deine Hilfe. Beide stützen sich auf diesen Weg, ermutigen sich zur Geduld. Beide suchen gemeinsam Hilfe. Bei Jesus und bei Menschen. Fällt das friedvolle Reden schwer, warum mal nicht einen Schweigetag? Auf Rechthaben 3x pro Woche verzichten, müsste doch gehen? Es tut weh und ist eine schwere Arbeit, wenn man sich entschließt: wir wollen nicht nur Streitereien vermeiden, sondern erkennen, warum sie immer wieder hochkochen. Die Friedenssuche und die Jagd nach diesem kostbaren Lebenselixier hat nur ein Ziel: Vertrauen. Wir bauen wieder an unserm Vertrauen, hegen es wie eine verletzliche Pflanze. Ahnt ihr, was die Jahreslosung für uns, unser Umfeld, unsere Gemeinde anstoßen will? Friedensarbeit. Mit Jesus Hilfe. In der Kraft seines Geistes. Mit der Vision von Gottes Reich und seiner Liebe. In der Vollmacht seines Wortes. Unter dem Schutz seiner Engel. Im ganzen Zuspruch seiner Gnade hören den ausdrücklichen Willen des Herrn: „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Amen.

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